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Die "Geheimzahlen" der Wasserspringer

Rechenschieber aus den 80er Jahren

Die "Geheimsprache" genauestens zu erklären bedeutet, das "Geheimnis" einer Sportart aufzudecken, die für viele Menschen sowieso schon geheimnisvoll ist. Wie können sich Sportlerinnen und Sportler in kürzester Zeit (ca. 1,3 - 1,5 s) zwischen Sprungturm und Wasser so irrsinnig viel drehen, um am Ende des Sprunges

nahezu spritzerlos einzutauchen? Wie wollen versuchen, die "Sprache" zu erklären.

Die Sprungnummern sind nach einem einheitlichen System aufgebaut. Jeder Sprung hat seine eigene Nummer. Anhand einer Tabelle wird für jeden Sprung je nach Absprunghöhe, Anzahl aller Drehungen (Salti und Schrauben) und Ausführungsart der Schwierigkeitsgrad berechnet.

Damit Trainerinnen und Trainer, Sportlerinnen und Sportler und das Kampfgericht in Sachen Sprung schnell und richtig miteinander kommunizieren können, bedienen sie sich nicht der langen Schreibweise (z. B. zweieinhalbfacher Salto vorwärts gehechtet), sondern der für den jeweiligen Sprung zugeordneten Sprungnummer (105b).

Allen Sprunggruppen ist eine Zahl zugeordnet:
1 - für vorwärts
2 - für rückwärts
3 - für Auerbach
4 - für Delfin
5 - für Schraube
6 - für Handstand

Bei den ersten vier Sprunggruppen besteht die Sprungnummer aus 3 Ziffern. Die erste Ziffer gibt die Sprunggruppe an, die letzte Ziffer die Anzahl der jeweiligen halben Saltodrehungen. Zweieinhalb Drehungen ergeben demnach die Zahl 5. Für einen zweieinhalb Delfinsalto steht also die Sprungnummer 405. Die Zahl in der Mitte sagt etwas über die Ausführung aus. Lautet die Sprungnummer 415, so führt der Springer diesen Sprung in fliegender Ausführung aus.

In der Sprunggruppe 5 (Schraubensprünge) besteht die Sprungnummer aus 4 Ziffern. Die erste Ziffer ist eine 5. Die zweite Ziffer steht jeweils für das Folgende:
51.. - Schraubensprünge aus der Vorwärtsgruppe
52.. - Schraubensprünge aus der Rückwärtsgruppe
53.. - Schraubensprünge aus der Auerbachgruppe
54.. - Schraubensprünge aus der Delfingruppe
Die dritte Ziffer benennt die Anzahl der halben Saltodrehungen, die vierte Ziffer die Anzahl der halben Schraubendrehungen.

Wir erklären es am Beispiel des Sprunges 5136:
5… - Schraubensprung
51.. - Schraubensprung aus der Vorwärtsgruppe
513. - Schraubensprung aus der Vorwärtsgruppe mit eineinhalbfacher Saltodrehung
5136 - Schraubensprung aus der Vorwärtsgruppe mit eineinhalbfacher Saltodrehung und drei Schrauben

Bei dem Sprung mit der Nummer 5136 handelt es sich also um den 1½ Salto vorwärts mit dreifacher Schraube.

Bis dahin kann noch jeder folgen? Jetzt wird es nicht nur für den Springenden in der Ausführung komplizierter, sondern auch bei der Kennzeichnung des jeweiligen Schraubensprunges. Denn was bedeuten eigentlich die Buchstaben hinter den Zahlen, die häufig auch zu sehen sind?
a - gestreckte Ausführung
b - gehechtete Ausführung
c - gehockte Ausführung
d - freie Ausführung

Um bei unserem vorherigen Beispiel zu bleiben handelt es sich also bei dem Sprung mit der Nummer 5136d um einen 1½ Salto vorwärts mit dreifacher Schraube in freier Ausführung.

Gemäß Regelwerk darf dieser Sprung auch in gehechteter oder gehockter Ausführung erfolgen. Beim Abhocken müssen die Hände am Schienbein sein, beim Abhechten ist die Position der Arme frei wählbar.

In der Sprunggruppe 6 (Handstand) sind die Sprungnummern ebenfalls 4-stellig, wobei es sich im eigentlichen Sinne ja nicht um "Sprünge" handelt, da die Springenden ihre Bewegung nicht von den Füßen aus starten, sondern aus der Handstandposition. Aus dieser Position beginnen sie die nachfolgenden Drehungen mit einem koordinierten Abdruck aus den Armen und einer unterstützenden Beinbewegung.

Die erste Ziffer ist hier eine 6. Die zweite Ziffer hat jeweils folgende Bedeutung:
61 - Handstand mit Vorwärtsdrehungen
62 - Sprünge aus dem Handstand rückwärts
63 - Handstand mit anschließender Auerbachdrehung
Wie bei den Sprüngen aus der Sprunggruppe 5 steht auch hier die dritte Ziffer der Sprungnummer für die Anzahl der halben Saltodrehungen, die vierte für die Anzahl der halben Schraubendrehungen und die Buchstaben für die Art der Ausführung.

Die Sprungnummer 6245d bedeutet also: Sprung aus dem Handstand rückwärts Doppelsalto mit zweieinhalb Schrauben in freier Ausführung.

Da zurzeit nur Handstandschraubensprünge aus der Gruppe vorwärts und rückwärts absolviert werden, ist das Ganze recht übersichtlich. Das bedeutet aber nicht, dass es für die Springerinnen und Springer deshalb leichter ist. Schraubensprünge aus dem Handstand haben oft einen hohen Schwierigkeitsgrad und können wettkampfentscheidend sein.

Beim Internationalen Springertag werden Sie viele dieser Sprünge in Perfektion sehen und hoffentlich dem "Geheimnis" des Wasserspringens näherkommen.

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